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Klangschichten

Atem - Klang - Stimme

Eckhart Tolle-Abend

"Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.“ (Eckhart Tolle). Eingeladen sind alle, die sich mit der Philosophie von Eckhart Tolle beschäftigen möchten. Gestaltet wird der Abend von Rolf Schirmacher und Sigrid Baust.

Eckhart Tolle ist in Deutschland bekannt geworden durch sein großes Werk „Jetzt“. Er bringt uns immer wieder nahe, wie wichtig es ist, in der Präsenz zu sein und den jetzigen Augenblick wahr- und anzunehmen. An diesem Abend üben wir dieses. Dazu hören wir zunächst einen kurzen Text von Eckhardt Tolle, danach werden wir durch Rolf Schirmacher in die Meditation geführt. Eine Gesprächsrunde zu dem Thema beendet den Abend.

Der erste Abend findet am 29.01.2018 von 18.30 Uhr bis ca. 20.00 Uhr statt. Weitere Infos hierzu unter www.klangschichten.de/termine-html/

Zur Einstimmung lesen Sie bitte nachstehenden Text von Rolf Schirmacher:

"Märchen

Ich mag Märchen.
Besonders Grimms Märchen.
Grimms Märchen stammen aus ganz alten Zeiten, in denen Menschen noch völlig anders dachten, als heute.

Ich bin echt fasziniert und berührt davon, wenn jemandem etwas völlig unerwartetes und eigentlich völlig unmögliches geschieht, dass ihn oder sie völlig glücklich macht. Die Prinzessin hat unglaubliches Glück mit ihrem Schweinehirten und Aschenputtel konnte niemals damit rechnen, einen Prinzen zu heiraten.

Warum kann mir sowas nicht auch mal passieren?

Oder mal anders herum gefragt:
Was haben diese besonderen Menschen im Märchen an sich, das andere nicht haben?
Was macht sie so sympathisch?

Zuerst fällt auf, dass die Heldinnen und Helden so ganz anders sind, und meist ganz und gar keine heldenhaften Überflieger. Im Grunde haben sie sogar Eigenschaften, die wir selbst auf gar keinen Fall selbst haben wollen. Manchmal sind sie dumm, manchmal traurig, aber nie so eine Art James Bond, der durch geniale Ideen und heldenhaften Kämpfen quasi unbesiegbar ist.

Die undercover agierende Prinzessin nimmt in der Fremde erniedrigende Arbeiten auf sich. Mehr noch: Sie tut es mit Hingabe und ergibt sich völlig in ihr Schicksal, ohne zu wissen, ob sich ihre Situation jemals bessert und ohne sich an ihren Peinigern rächen zu wollen.

Der arme Mann teilt sein letztes Brot mit einem Unbekannten, ohne zu wissen, wann er wieder etwas zu essen bekommt. Diese Haltung, mit anderen zu teilen und das eigene Schicksal zu akzeptieren, – das ist hinterher der Schlüssel zum Glück!
Das ist es, was zum Happy End führt.

Nach unseren Maßstäben muss man Prinzessin und Schweinehirt als Looser bezeichnen, die aufgrund ihres Charakters niemals Erfolg haben dürften. Und wir selbst werden auf gar keinen Fall zulassen, solche Looser zu sein. Und damit blockieren wir selbst aktiv den Erfolg und das Wunder, von dem die Märchen berichten. Indem wir unbedingt Erfolg haben wollen, akzeptieren wird nicht das Leben, wie es in diesem Augenblick ist. Wie ein Kind, das auf den Boden aufstampft und ruft: „Ich will aber!“ Wir erkennen nicht, dass wir uns selbst schaden, wenn wir nicht jederzeit mit dem gegenwärtigen Augenblick einverstanden sind, genau so, wie er jetzt gerade ist.

Wir sind nicht bereit bewusst zu leiden!

 

Das Wort „Märchen“ kommt vom alten Wort „Mär“. Eine Mär ist eine Erzählung oder Nachricht.

In vorchristlichen Zeiten reisten Barden durch das Land und verbreiteten ihre Mär, ihre Nachricht. Im Falle der Märchen, die die Gebrüder Grimm gesammelt haben, sind es mehr Seelen-Nachrichten, denn einen Barden würden wir heute vielleicht als Schamanen bezeichnen.
Unser Wort dafür ist Zauberer!

Damit erhalten Märchen den Status von wichtigen Nachrichten, die den Menschen damals geholfen haben, und deren tiefe Symbolik von ihnen wohl gut verstanden wurde.

Eckhart Tolle

Vielleicht ist Eckhart Tolle so ein Barde mit sehr wichtigen Nachrichten für uns. Im Kern hat er ja die gleiche Botschaft für uns, aber so, dass wir sie verstehen können. Er reist, wie die Barden damals, von Ort zu Ort und macht seine Vorträge und Retreats. Seine Botschaft ist radikal, radikal einfach und für uns Heutige gut zu verstehen.

Und was ist seine neue Mär, seine wichtige Nachricht an uns?

Viele seiner Vorschläge erinnern stark an die Eigenschaften der Looser aus den Märchen. Wahrscheinlich wussten Prinzessinnen und Ziegenhirten in den Märchen nicht, worin ihr wundersamer begründet Erfolg war. Eckhart Tolle legt aber genau darauf den allergrößten Wert. Das Geheimnis liegt im Zauberwort

Bewusstheit!

Was nützt es, wenn wir die schönsten religiösen und spirituellen Theorien und Ansichten kennen, wir diese aber nicht wirklich verstehen?
Ja ich weiß, die Anhänger der jeweiligen Lehren „glauben“ selbst, sie wüssten es. Doch welchen Einfluss hat das alles tatsächlich auf unser tägliches Leben?
Auf uns selbst?

Unsere Abende mit Eckhart Tolle führen uns tief in unser eigenes Wesen, tief in die Präsenz und an den Ort in uns, der uns die Märchen plötzlich verstehen lässt.

Wir sind gewöhnt, dass Märchen eine Moral haben. Der erhobene Zeigefinger ermahnt, immer brav, fromm und gut zu sein. Doch das ist sicher nicht die Botschaft der Märchen, und schon gar nicht die von Eckhart Tolle. Spätestens durch den Konsum-Wahn der letzten Jahre blieb die Moral auf der Strecke.

Doch was geschieht, wenn wir, z.B. mit Hilfe der unten beschriebenen Meditation, unser eigenes Ego anschauen lernen. Was, wenn wir nach und nach wahrnehmen, was wir nicht sind, nämlich unser Ego. Dann stellen wir verwundert fest, dass darunter das sichtbar wird, was wir schon immer waren. Als wenn uns ein Schleier von den Augen gezogen wird, nehmen wir war, dass in uns drin immer schon jene Eigenschaften waren und sind, die die Heldinnen und Helden der Märchen auszeichnen und die die Wunder auslösten. Die Märchen können uns daran erinnern, wer und was wir sind und welche Kräfte und Wunder in uns wohnen, wenn wir sie wahrnehmen und ihnen Raum geben.

Wir können mit Hilfe der Meditation und Selbstwahrnehmung ent-decke-n, wer wir sind.

Die Meditat

Wir werden während des Abends zusammen meditieren. Die originale Meditation beschreibt Eckhart Tolle auf seiner CD „Torwege zum Jetzt“. Ich werde durch diese Meditation führen. Erfahrungsgemäß fällt es damit leichter, in der Präsenz zu bleiben. Jeder kann diese Meditation auch zuhause durchführen. Die CD immer mal wieder zu hören ist wirklich gut.

Es ist keine Meditation zum Einschlafen oder „weg sinken“. Wir werden eine angenehme äußere Ruhe erleben, und gleichzeitig äußerst wach und aufmerksam sein.

Hintergrund zur Meditation

Wenn ich sage „ich denke“, dann hört sich das danach an, als ob ich ein Mitspracherecht dabei hätte. Es ist genauso falsch, als würde ich sagen „ich verdaue“ oder „ich lasse mein Blut kreisen“. Das alles geschieht mir. Der Körper hält den Blutdruck, die Körpertemperatur aufrecht und sorgt für das Kreisen des Bluts und das Verdauen. Das tue ich nicht, es geschieht.

Genauso verhält es sich mit dem Denken.

Ich werde gedacht!

Normalerweise sind wir uns gar nicht bewusst, dass wir denken. Es sei denn, das Karussell sinnloser Gedanken hält uns nachts wach. Dann erleben wir sehr deutlich, dass wir kaum einen Einfluss auf das Denken haben.

Die Meditation nach Eckhart Tolle verhilft uns dazu, den stetigen Gedankenstrom zu unterbrechen. Dadurch, dass wir die Aufmerksamkeit auf unseren Körper, besser auf die Lebendigkeit unseres Körpers lenken, wird der Strom der Gedanken langsamer – uns wir werden bewusster. Wir bemerken es nach und nach:

Wir sind nicht identisch mit unseren Gedanken.
Wir sich das Bewusstsein, das die Gedanken wahrnimmt!

Das ist wie Urlaub!
Eine Last wird von unseren Schultern genommen!

Die Wirkung der Klänge in der Meditati

Die Meditation wird von Klängen begleitet. Dabei werden mehrere Formen angewendet.

Einzelnes Anschlagen der Klangschale

In einer stillen Phase der Meditation geschieht es sehr leicht, dass die Aufmerksamkeit, die Präsenz nachlässt, und man „einschläft“. Ist jemand während der Meditation „eingeschlafen“, wird er sich sehr erschrecken, wenn eine hellklingende Klangschale kräftig angeschlagen wird. Das ist Absicht! Die Folge ist, dass man plötzlich sehr präsent ist, was ja der Zwecke der Meditation ist.

Langsam wird der Klang wieder leiser.
Die Aufgabe besteht darin, ganz genau zuzuhören, bis die Klangschale aufhört zu schwingen. Je leiser der Ton ist, umso aufmerksamer muss man zuhören.
Solange man aber intensiv zuhört, ist man wach und präsent!

Sich ständig ändernde Klänge

Eine sehr einfache und schöne Melodie oder Mantra, verleitet den Meditierenden dazu, langsam einzuschlafen. Das ist bei unserer Meditation aber nicht gewünscht! Die Klänge im Hintergrund helfen dem Meditierenden, wach zu bleiben, indem sie ihn permanent „stören“.

Außerdem kann der Meditierende den Klängen aktiv lauschen. Durch dieses Lauschen bleibt er wach und in der Präsenz.

Für solche geräuschvollen „Störungen“ sollten wir sehr dankbar sein. Zum einen bleiben wir dadurch wach und präsent und zum anderen könnten diese Störungen Unmut oder gar Ärger auslösen.

Toll!

Wenn dies eintritt besteht die Übung darin, sich den eigenen Ärger einfach anzuschauen, ohne im nachzugeben oder zu unterdrücken.

Einfach anschauen!

Austausch

Der anschließende Austausch untereinander verfolgt wieder mehrere Ziele. Nein, eigentlich nur eines: Präsenz!

Deswegen wird der Austausch ebenfalls nach Regeln ablaufen. Das Zuhören, ist ein harter Job! Und wir werden die meiste Zeit zuhören müssen, denn jeder möchte etwas sagen.

Zuvor haben wir während der Meditation geübt, still, aufmerksam und ohne Gedanken zu sein. Da führt die Meditation uns hin. Jeder schenkt dem Sprechenden die volle, ungeteilte Aufmerksamkeit, ohne selbst zu denken oder das gehörte innerlich zu kommentieren. Dadurch erhöht sich die Präsenz enorm!

Der Sprechende ist ebenfalls voll präsent. Ganz klar, kurz und prägnant trägt er vor, welche Erfahrungen er mit Eckhart Tolle und in der Meditation gemacht hat.

Tatsächlich ist auch das Denken essenziell – nur eben nicht das unbeobachtete Denken!

Mit dem genauen Beobachten und Denken können wir nämlich herausfinden, wo die von Eckhart Tolle und den Teilnehmern beschriebenen Umstände auch in unserem eigenen Leben relevant sind. Diese „Übersetzung“ ins eigene Leben ist vielleicht sogar der Antrieb, der uns in unsere Präsenz und unser eigenes Wesen sinken lässt.

Sätze, die mir geholfen haben

Alles nun Folgende sind Sätze und Vorgehensweisen, die ich von Eckhart Tolle gelernt habe, und bei denen ich es geschafft habe, dieses auf mein eigenes Leben anzuwenden.

Ich bin voll Dankbarkeit!

Selbstvorwürfe

Wenn ich in mir etwas finde, dass ich so gar nicht gut finde, dann neige ich sehr dazu, mir das selbst vorzuwerfen. Die meisten Leute, ich schließe mich da nicht aus, lenken sich selbst von so einer Selbsterkenntnis ab, weil sie zu schmerzhaft ist!

Alkohol, Arbeiten, Shoppen und Fernsehen sind probate Mittel zur Ablenkung.

Aus sich selbst ein Problem zu machen – das liebt das Ego!

...und was kann man da machen?

Einfach nur anschauen, welchen Vorwurf ich mir gerade selbst mache.
Einfach nur sehen:
Aha!
Das habe ich also in mir.
Interessant!

Nichts tun!
Nichts ändern wollen!

Wenn ich mir das einfach bewusst anschaue, verdränge ich es nicht mehr. Dann sehe ich genau, was ich mir selbst vorwerfe, denn das bleibt meistens unbewusst.

Im Licht der eigenen Bewusstheit schmilzt das Problem wie Milka in der Sonne!

Die eigene Geschichte

Wenn es mir wieder mal schlecht ging, weil etwas nicht so war, wie ich es mir gewünscht hatte, dann habe ich angefangen, mir „meine“ Geschichte zu erzählen. Es war (immer) die Geschichte vom armen Rolf, mit dem es das Leben so schlecht gemeint hat und dem so übel mitgespielt wurde, ohne dass er etwas dagegen hätte tun können.

Wenn ich mir das, was ich gerade so fühle, mir selbst als Geschichte erzählt hatte, dann war ich erst mal überrascht, wie das klingt. Die schwierigste Hürde war jedoch, diese Geschichte überhaupt zu erzählen, denn ich habe ja immer ein so „gutes“ Selbstbild, in das diese Geschichte so gar nicht hineinpassen will. Zuerst schämte ich mich vor mir selbst, dass ich so etwas Erniedrigendes überhaupt in mir hatte. Das erinnert wieder an die vermeintlichen Looser aus den Märchen. Nachdem ich das aber überwunden hatte, und mir selbst die Geschichte halblaut erzählte, kam die Erleichterung und so manches Mal musste ich laut lachen.

Vor der Bewusstheit mir selbst und meinen Gefühlen gegenüber, hat unglücklich sein einfach keine Chance!

Vorwürfe machen

Anderen Vorwürfe zu machen und sie zu beschuldigen ist ein sehr wirksames, aber zuerst schmerzhaftes Mittel zu Bewusstwerdung.

Mir fallen nur dann die „Schwächen“ und „Probleme“ auf, wenn ich genau die selben auch in mir trage. Nicht umsonst sagt man, dass drei Finger auf einen selbst zeigen, wenn man vorwurfsvoll mit dem (Zeige-) Finger auf jemand anderen deutet. Tatsächlich fallen mir solche Eigenschaften gar nicht auf, mit denen ich selbst in Frieden bin.

Das heißt:
Wenn ich jemandem Vorwürfe mache, dann projiziere ich meine eigenen Probleme auf diesen Menschen. Das, was ich in mir selbst niemals mag und von dem ich g laube, dass ich das nicht habe, genau das sehe ich im Anderen.

Ist mir das bewusst, dann ändert sich die Situation grundlegend.
Jetzt kommt ans Tageslicht, was ich an mir selbst nicht mag und verdränge.
Jetzt nehme ich es bewusst wahr!

...und was mache ich jetzt?

Ganz genau das, was im Abschnitt 5.1 Selbstvorwürfe beschrieben ist.

Ungeduld

Nicht die großen Schicksalsschläge sind es, die uns an einem glücklichen Leben hindern. Vielleicht weil sie, Gott sei Dank!, normalerweise selten sind. Es sind die vielen kleinen „Dinge“, die einen feinen Schleier permanenten unglücklich sein über unser Leben ausbreiten.

Das ist z.B. die Ungeduld an der Kasse beim Supermarkt, beim Fahren hinter einem langsamen LKW oder wenn wir nachts nicht mehr einschlafen können. Dann denken wir:
„Wäre das doch endlich vorbei!“

Und genau das ist die Falle. Wir warten auf einen „besseren“ Augenblick als den, den wir gerade erleben. Aber genau j etzt leben wir!

Wir leben immer nur jetzt, und jetzt ist unser Leben!

Genießen

Wer weiß schon, dass genießen ein ganz großer Schlüssel zur Bewusstheit ist!

Was geschieht, wenn wir ein wunderbares Essen genießen?
Oder ein Konzert?
Oder eine Blume, ein liebes Wort, den Sonnenschein oder Regen?

Wir leben j etzt!

Beim Genießen nehmen wir bewusst wahr, was genau gerade jetzt ist.

Denken wir eigentlich, wenn wir genießen?"

In diesem Sinne freuen wir uns auf einen schönen Abend!